Meine Ex hat mich heimlich ausgeknockt!

Ich bin krank und jammere rum. Ich fühle ich mich wirklich wie das erbärmlichste, kleinste und jammerhafteste Häuflein Elend, das die Welt je gesehen hat. Sie kommt ins Wohnzimmer: „Was ist denn mit Dir!? Du wolltest heute doch so viele Sachen erledigen! Jetzt liegst du hier rum?“ Ich ziehe mir die Decke übers Gesicht. „Ich bin krank … „, hauche ich und wünschte, sie wäre still … Oder weg … Oder einfach nicht so gemein. Ich röchele. Schnorchele. Es kratzt mir im Hals und ich habe Schmerzen. Überall. Vor allem am Kopf und allen anderen Körperteilen.

„Whaaahahaa“, wimmere ich, aus meiner Decke hervorblickend und sie rollt die Augen. Ein herzloses Ungeheuer ist sie! Aber dann geht sie weg und ruft aus der Küche: „Hier, Schatz!“ Sie stoppt kurz am Esstisch und macht irgendetwas, bevor sie zu mir zurückkommt. Ihr pinkfarbener Bademantel mit Blümchen weht hinter ihr her. Himmel, wieso macht sie das Teil denn nicht zu? Deswegen hat es doch diese bescheuerte Kordel! Nein, mir hat sich der Sinn dieses Kleidungsstücks noch nie erschlossen. Sie hat eine dampfende Tasse in der Hand. „Was ist das?“, frage ich mühsam und hustend, aber sie beachtet meine Not nicht, sondern stellt die Tasse vor mich auf den Tisch: „Trink!“

„Was ist das?“, frage ich erschöpft. „Tee!“, sagt sie bestimmt. Also gut. Der wird mir sicherlich eher helfen, als ihr Befehlston. Ich beuge ich mich umständlich nach vorne. Was nicht geht, weil ich so eng in die Decke gewickelt bin, dass ich mich nicht richtig bewegen kann. „Oh Mann!“, raunt sie genervt. Sie nimmt die Tasse und führt sie zu meinem Mund: „Trink!“

„Halt!“, versuche ich zu protestieren und quietsche ein „Heiiiiiischhhh“. Ich will „heiß“ sagen, aber weil es eben so heiß ist, geht das nicht. Ich schlucke, brenne und wundere mich, als ich aus den Augenwinkeln noch die kleine, gestern von ihr gekaufte Flasche mit 79-prozentigem Alkohol geöffnet auf dem Esstisch stehen sehe. Dort, wo sie eben noch mit der Tasse zugange war. Die Flasche ist zu einem Viertel leer und kaum hat sie die Tasse abgestellt und den Raum verlassen, wird alles schwarz und still …

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